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Wenn ein Obdachloser, wenn ein armer Mensch gestorben ist, reichen die Mittel, die für ein "Sozialbegräbnis" zur Verfügung stehen, für den Sarg, für die Verbrennung, für eine einfache Urne und für die einfachste und billigste Grabstätte auf dem anonymen Rasen. Kein Stein, keine Tafel, auf denen der Name des Gestorbenen zu lesen ist, erinnern an den Menschen, der starb. Obdachlose werden am Ende möglichst billig entsorgt.
Die Gemeinde Heilig Kreuz-Passion hat im August 2002 eine historische Grabstätte (Erbbegräbnis/11,4 qm) erworben, auf der vor allem Menschen, die seit Jahren durch die Gemeinde betreut werden und sich kein "namentliches" Grab leisten können, beigesetzt werden können.
Ein gemeinsames (Urnen-)Grab für ca. 30 Menschen. Ein gemeinsamer Stein mit den Namen der Toten. Zusätzlich eine gemeinsame Tafel mit einem Wort der Besinnung.
Menschen, die auf der Straße leben, ihren Lebensunterhalt erbetteln und von Armut gezeichnet sind, leben keineswegs immer ungesellig. Das zeigt sich bei der Beerdigungsfeier. Auch wenn oftmals keine Familienangehörigen kommen - es kommen Bekannte aus der Obdachlosen-Unterkunft, aus den Wärmestuben und aus der Straßen- "Scene". Auch hier gibt es Erinnerung!
Nur gab es bisher keine Orte der Erinnerung. Wo, welche Urne im anonymen Rasen versenkt wurde, läßt sich später vom Besucher nicht feststellen.
Die Grabstelle liegt - leicht auffindbar- nahe der Friedhofsmauer der Friedhöfe "Vor dem Halleschen Tor" (Eingang Zossener Straße), dicht bei der Heilig-Kreuz-Kirche.
Ein Stein wird die Namen der Gestorbenen tragen. Ein Stein für die sonst namenlos Beerdigten! Ein Stein, zu dem wir am Totensonntag hingehen können, um der Gestorbenen zu gedenken. Auch Arme haben ein Anrecht auf namentliches Gedenken! Was fehlt, sind die finanziellen Mittel.
Wer spendet uns für die Ausstattung und die Erhaltung der Grabanlage?
Spendenkonto beim Kirchlichen Verwaltungsamt:
KVA Stadtmitte (HKP), Verwendungszweck: Gemeinschaftsgrab
Ev. Darlehensgenossenschaft e.G. Kiel: 631 741 280, BLZ 210 602 37
ERGÄNZUNG:
Mittlerweile wurden 32 arme und wohnungslose Menschen in der Grabanlage beigesetzt:
1. Siegie Heintz (22.6.1947- 23.7.2002)
2. Frederic Starenberger (11.8.1941- 22.3.2003)
3. Michael Uttendorf (18.11.1943-14.9.2003)
4. Burkhard Selle (30.3.1941-19.9.2003)
5. Klaus-Dieter Hädecke (26.2.1948- 4.11.2003)
6. Götz Redeman (21.3.1939 - 25.3.2004)
7. Harry Deppe (24.1.1953- 29.6.2004)
8. Hans-Jürgen Heise (23.7.1944-9.8.2004)
9. Gustl Stellmacher (2.10.1953- 14.3.2005)
10. Reinhold Schröder (10.4.1954-23.6.2005)
11. Peter Schulzke (3.8.1943-19.5.2006)
12. Manfred Arndt (12.4.1937-13.6.2006)
13. Horst („Hotte“) Schreiber (18.1.1953-1.10.2006)
14. Dietmar Köpper (12.3.1941-29.1.2007)
15. Michael Pawlenko (9.10. 1954-30.5.2007)
16. Roland Adolph (8.2.1961-20.11.2007)
17. Siegmund Krentz (12.5.1950-11.6.2008)
18. Manfred Pröchel (3.6.1949-25.9.2008)
19. Silvia Schmidt (27.7.1940-1.10.2008)
20. Udo Schultzke (18.8.1942-25.01.2009)
21. Rocco Wilken (31.8.1969-20.5.2009)
22. Peter Gerads (7.6.1934-9.6.2009)
23. Walter Süßkow (17.1.1927-26.10.2009)
24. Helmut Senz (23.2.1937-18.11.2009)
25. Wolfgang Kühl (29.4.1941-28.11.2009)
26. Karl-Heinz Buchhorn (12.11.1956 -30.5.2010)
27. Werner Hecht (25.5.1946 - 22.6.2010)
28. Hans Schwenck (2.5.1932-21.7.2010)
29. Robert Uhl (2.2.1960- 12.11.2010)
30. Joachim Ellrott (3.8.1946 - 25.2.2011)
31. Karlheinz Bartnik (24.6.1960 - 5.7.2011)
32. Horst Lamla (13.2.1940 - 16.3.2012)
Dr. Joachim Ritzkowsky (7.10.1937-11.1.2003), Pfarrer, langjähriger Seelsorger und unkonventioneller Helfer für viele Obdachlose, wurde nach seinem Tod auf eigenen Wunsch ebenfalls im "Grab mit vielen Namen" beigesetzt.
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