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Das Wohnprojekt Nostitzstraße hat sich auf die längerfristige Unterbringung und Betreuung von älteren, schwerkranken, obdachlosen Männern spezialisiert. Die meisten Bewohner sind nasse Alkoholiker und leiden unter psychischen Beeinträchtigungen.
Im Februar 1998 wurde das Wohnprojekt als "alternative Pension" eröffnet mit suchtaktzeptierender Pflege und Betreuung sowie individueller Hilfe, die den Betreuten nicht überfordert.
Ausschlußkriterien: Abhängigkeit von harten Drogen, Neigung zu Gewaltbereitschaft.
Im Haus Nostitzstraße in Berlin-Kreuzberg können 45 Bewohner leben.
Das Projekt arbeitet eng zusammen mit den Sozialen Wohnhilfen und Sozialpsychiatrischen Diensten der Berliner Bezirksverwaltungen sowie den Sozialdiensten mehrerer Krankenhäuser und Einrichtungen der Berliner Wohnungslosenhilfe.
Die suchtakzeptierende Betreuung im Wohnprojekt orientiert sich an den Zielen „Lebenserhaltung” und „Lebensqualität”. Die Alkoholsucht wird als Krankheit akzeptiert. Es wird aber mit vielfältigen Betreuungs- und Beschäftigungsanboten daran gearbeitet, dass die Bewohner ihren Tagesablauf sinnvoll gestalten können und mit weniger Alkohol auskommen. Ziel ist, die Krankheitseinsicht der Bewohner zu fördern und sie - soweit möglich - auch beim Entwickeln einer alkoholfreien Lebensperspektive zu unterstützen.
Sozialarbeiter/innen, eine Krankenschwester, ein Krankenpfleger sowie Pflegehelfer/innen gehören zum Betreuungsteam des Projektes, unterstützt werden sie vom Diakonie Sozial- und Pflegedienst Südstern sowie ehrenamtlichen Helfer/innen.
Im Wohnprojekt werden folgende Hilfen angeboten:
» Sozialpädagogische Betreuung: Beratung, Legalisierung, Hilfe bei Ämterangelegenheiten, Psychosoziale Beratung und Betreuung, Krisenintervention, Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, gegebenenfalls Vermittlung in andere Wohnformen und - bei entsprechender Stabilisierung - auch Hilfe bei der Wohnungssuche
» Pflegerische Versorgung: Grund- und Behandlungspflege, Impulsgabe zur Körperhygiene, zu regelmäßiger Ernährung, Reduzierung des Alkoholmissbrauchs, Wäsche- und Kleiderpflege, Hauspflege in den Zimmern, Besuch bei Krankenhausaufenthalten.
» Sterbebegleitung: Seelsorge, Ermöglichen des vertrauten Umfeldes, Beisetzung im „Grab mit vielen Namen” möglich
» Gemeinschaftsangebote: Tagesausflüge, gemeinsame Geburtstagsfeiern für jeden Bewohner, Bewohnerreisen, Weihnachts- und Nachbarschaftsfeiern
» Beschäftigungsangebote: Werkstätten und Kreativangeboten des Gemeindeprojektes „Zentrum Gitschiner 15”
Projekt-Finanzierung
Die Kosten für Unterbringung und Versorgung der Bewohner wird von den Berliner Bezirksämtern übernommen (pauschalisierter Tagessatz/Unterbringung nach ASOG). Seit mehreren Jahren setzt sich die Kirchengemeinde in Verhandlungen mit den Bezirksämtern und dem Senat dafür ein, dass für die Bewohner des Wohnprojektes längerfristige Versorgung und Unterbringung als „Beheimatungsleistungen" anerkannt und rechtlich abgesichert werden.
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